Projekte
Aktuelle Projekte
Eine Auswahl aktueller Projekte an der Schnittstelle von Medizin, Klinikorganisation und Technologie – von der Stationsorganisation über die Personal- und Aufgabenplanung bis zur klinischen Entscheidungsunterstützung und zur ärztlichen Weiterbildung.
Alle hier gezeigten Anwendungen bestehen bereits als funktionsfähige Prototypen – genau in dem Zustand, der auf den Screenshots zu sehen ist – und könnten rein technisch bereits eingesetzt werden.
Stationsapp
Die Stationsapp erlaubt es, die SOPs einzelner Kliniken zu integrieren: Hinter einer Diagnose lässt sich so ein klarer Handlungsablauf hinterlegen, damit nichts untergeht. Auch beim Abarbeiten einzelner Aufgaben ist hinterlegt, wie der Workflow genau abläuft – inklusive der jeweils relevanten Telefonnummern. Beim Terminieren einer PICC-Line wird etwa der zugehörige SOP-Workflow beschrieben und zugleich die passende Telefonnummer zur Terminierung angezeigt.
Zusätzlich lässt sich die App direkt zur Visite nutzen und um neue Aufgaben ergänzen. Eine Planungstafel für Pflege und Stationsarzt zeigt live, wo sich welcher Patient befindet und welche Drainagen, Dauerkatheter etc. vorliegen. Auf Basis der verschlüsselten Diagnose und der durchgeführten Tätigkeiten lassen sich Arztbriefe anlegen und anonymisiert – ohne Echtnamen – per Mail versenden. Aus Datenschutzgründen war die App noch nicht im Einsatz, sie zeigt aber deutlich, wie Digitalisierung auf Stationsebene vorangetrieben werden könnte.


Workshare-App
Die Workshare-App ermöglicht es einem großen Team, anfallende Aufgaben ohne ständiges Telefonieren aufzuteilen. Aufgaben wie Blutabnahmen, Aufklärungen oder Ablösungen werden einfach in einen gemeinsamen Pool eingestellt, und ein freier Mitarbeiter kann sie übernehmen. Für die erstellende wie für die übernehmende Person ist dabei jederzeit klar ersichtlich, wer welche Aufgabe übernommen hat.


Dienstplan-App
Die Dienstplan-App ermöglicht das effiziente Erstellen eines Dienstplans. Sie arbeitet bewusst ohne KI-Modell – rein algorithmisch anhand klar definierter Bedingungen – und lässt sich dadurch flexibel und weitreichend anpassen.


ERAS-App
Die ERAS-App ist derzeit ein reiner Prototyp und eignet sich zum Einsatz in Studienprotokollen. Patientinnen und Patienten können ihre Therapie von zu Hause und in der Klinik selbst mitverfolgen, bei Bedarf schnell Symptome angeben und Informationen abrufen, die klar und umfassend in der App hinterlegt sind.


PAuEL – Entscheidungsunterstützung
PAuEL ist ein groß angelegtes Projekt mit einer iOS- und einer macOS-Komponente. Das iPad dient dabei als Eingabemaske für MTA und Patient, während die Mac-Seite samt Sprachmodell und Parkinson-Leitlinie als Backend beim Arzt liegt. Eingaben des Patienten werden dem Arzt live angezeigt; bei Bedarf kann er dem Patienten im Wartebereich über das iPad weitere Fragen stellen.
Ein Large Language Model auf dem MacBook durchsucht alle Eingaben vom iPad sowie die eingelesenen Arztbriefe nach Informationslücken, die für eine leitliniengerechte Empfehlung nötig sind, und erzeugt selbständig passende Rückfragen für den Patienten. Sind diese beantwortet, generiert das Modell auf Basis aller Informationen und der Leitlinie eine ausführliche Therapieempfehlung, die sich exakt mit der Leitlinie deckt. Der Arzt nutzt sie als Hilfestellung für die eingehende Beratung. So verlagert sich ein Teil der Parkinson-Anamnese in die Wartezeit – das ermöglicht insgesamt eine ausführlichere Anamnese bei gleichbleibender Zeit im Sprechzimmer.


NeuroDesk – Begleiter durch die Facharztweiterbildung
NeuroDesk ist als täglicher Begleiter durch die Weiterbildung zum Facharzt gedacht. Der Ausgangspunkt: Weiterbildung muss nicht ausschließlich aus Büchern und verschachtelten Linksammlungen bestehen. Sie kann persönlicher und individueller sein – ausgerichtet auf die eigenen Ziele, den eigenen Ausbildungsstand und die eigenen Schwächen. Genau dort lässt sich Technik sinnvoll nutzen: nicht als Ersatz für Erfahrung, sondern als Struktur, die Entwicklung sichtbar und planbar macht.
Der Tag beginnt mit dem Morgenblock: Die verfügbare Zeit wird in feste Einheiten aufgeteilt – SOP, Fälle, Erklärung, Anatomie und Paper –, die sich jederzeit an den eigenen Rhythmus anpassen lassen. Ergänzt wird das durch Befundungs-Checklisten, eine strukturierte Einarbeitungsübersicht und die Möglichkeit, Gespräche, Kurse und Prüfungen mit dem nötigen Vorbereitungsmaterial zu hinterlegen.
Der Notfallmodus führt bei Verdacht auf Schlaganfall, Aneurysma/SAB, Schädel-Hirn-Trauma oder unklare Vigilanzminderung Schritt für Schritt durch genau die Fragen, die die Entscheidung tatsächlich beeinflussen – und nennt am Ende das empfohlene Vorgehen samt Begründung. Im Planungsmodus entsteht aus wenigen Angaben zu Fragestellung und Lokalisation ein passendes Sequenzprotokoll, etwa für die präoperative Planung eines Hirntumors mit DTI und fMRT. Verbindlich bleibt dabei immer die aktuelle SOP der jeweiligen Abteilung; die App ersetzt keine ärztliche Entscheidung, sondern strukturiert die Vorbereitung darauf.
Der Lernbereich arbeitet mit Blindbefunden aus veröffentlichten Fallberichten, einem kurzen Paper des Tages und einer laufenden Auswertung des eigenen Stands – nach Region, Fallzahl und Sicherheit. So entsteht Wiederholung genau dort, wo sie gebraucht wird, statt gleichmäßig über ein Lehrbuch verteilt.



